Dienstag, 9. April 2013

Die franquistische Verfolgung von den Republikanern, die nach Frankreich flohen







Gleich nachdem die Hitler-Armeen Frankreich besiegten, nutzte Franco den Sieg von seinen Nazi-Freunden dafür, gegen die republikanischen Exilanten auf französischem Boden zu agieren. Einerseits versuchte er sämtliche Organisationen, die die Flüchtlinge im Exil am Leben erhielten, zu zerstören, und sich ihren Besitzen und Unterlagen anzueignen; anderseits beabsichtigte er mit Hilfe von Deutschland die Festnahme und die Verlegung nach Spanien von verschiedenen prominenten Republikanern, die sich auf dem von der deutschen Armee “besetzten Gebiet” befanden, und die Auslieferung anderer, die auf dem von der Vichy-Regierung abhängenden “unbesetzten Gebiet” waren.[...] 

Wir glauben, dass die Auslieferungen von republikanischen Flüchtlingen, die auf dem französischen besetzten Gebiet lebten, endeten, weil die Vichy-Regierung vor der Waffenstillstandskommission von Wiesbaden dagegen protestierte, denn die Auslieferungen waren in den Klauseln der Waffenstillstandskommission nicht vorgesehen; demzufolge sollten es - wenn überhaupt - die französischen Behörden diejenigen sein, die nach Anfrage der spanischen Regierung die Flüchtlinge auslieferte. 

Exili i mort del president Companys, de Josep Benet
Es war eben am 23. August 1940 - nur wenige Tage nach der Festnahme auf dem besetzten Gebiet von Regierungschef Companys -, als ein sehr wichtiges Abkommen zwischen der diplomatischen Vertretung Mexikos in Frankreich und der Regierung Vichy unterzeichnet wurde, um die Lage von den sich in Frankreich befindenden republikanischen Flüchtlingen zu regulieren. Durch das früher erwähnte Abkommen verpflichtete sich die Vichy-Regierung dazu, die Existenz und die Freiheit von den republikanischen Flüchtlingen auf französischem Boden zu garantieren, und ganz besonders dazu, die vom franquistischen Regime verlangten Auslieferungen auf im Allgemeinrecht vorgesehene Verbrechen und Straftaten zu beschränken, die keinerlei Verbindung zu Taten politischer Art hätten. Ebenfalls verpflichtete sich die französische Regierung dadurch, keine Auslieferung von sich an irgendeinem Ort auf französischem Gebiet aufhaltenden Flüchtlingen zu erlauben, ohne sie zuerst einem Auslieferungsverfahren zu unterwerfen. Damit wurde deutlich, dass die von den deutschen unternommenen direkten Auslieferungen an die spanischen Behörden nicht legal waren, und deshalb gestoppt werden sollten. 

Die mexikanische Regierung akzeptierte schlie゚lich die Aufnahme in Mexiko deren unter den über hundert Flüchtlingen, die es so ersuchten, und legte sich fest darauf, gratis ein Beförderungsmittel zu besorgen. Zudem ging es den Kompromiss ein, bis zur Einschiffung den Ersuchenden finanzielle Hilfe zu leisten. Somit übernahm Mexiko die bis dato von den republikanischen Organisationen erfüllten Aufgaben, wie dem JARE und dem SERE (spanische Kurzbezeichnungen respektiv für Ausschuss für Hilfe an die spanischen Republikaner und Evakuierungsdienst von spanischen Flüchtlingen). Nach der deutschen Besatzung von Paris wurden diese Organisationen abgeschafft, und deren Lokale, Besitze und Archiven von der spanischen Polizei - der franquistischen Botschaft zugewiesen – beschlagnahmt. 

Anderseits rief die Hinrichtung von Regierungschef Kataloniens Lluís Companys am 15. Oktober 1940 in Barcelona eine starke internationale Kampagne hervor. In Mexiko wurde eine Kommission zur Hilfe spanischer Republikaner in Gefahr ins Leben gerufen, die in allen Ländern des amerikanischen Kontinents aktiv mitwirkte. Die Regierungen einiger Länder zeigten der Vichy-Regierung ihre Besorgnis darüber, dass weitere Flüchtlinge dem Franco-Regime ausgeliefert würden. Diese Handlungen führten wie gesagt dazu, dass die Auslieferungen seitens der Deutschen von weiteren neuen Flüchtlingen eingestellt wurden, und dass die Regierung vom Marschall Pétain keine anderen Auslieferungen von republikanischen Persönlichkeiten zubilligte, die bereits von der Madrider Regierung beantragt worden waren. Die wiederholte Absage von der Vichy-Regierung auf die Auslieferungsersuchen seitens der Regierung aus Madrid führte zu einer allmählichen Abnahme dieser. 

Autor: Josep Benet 

Die oben zitierten Auszüge stammen aus dem Kapitel, das Josep Benet (1920-2008) in seinem 1990 veröffentlichten Buch Exili i mort del president Companys (Exil und Tod des Regierungschefs Companys) der Verfolgung seitens des Franco-Regimes von den republikanischen Flüchtlingen in Frankreich widmet.
Lesen Sie diesen Artikel in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch



Oriol López
@oriollopezl 

0 comentaris:

Kommentar veröffentlichen