Sonntag, 3. November 2013

Der CCN hält in einer Studie fest, dass Spanien nicht über die notwendige Kapazität verfügt um den Weg aus der Krise zu finden und sich so einem wirtschaftlichen Kollaps entgegensteuert


“Für Spanien gibt es kein Licht am Ende des Tunnels”. Dies behauptet Joseph Stieglitz, Träger des Nobelpreises für Wirtschaft, und dies bestätigt nun auch eine Studie des Cercle Català de Negocis (CCN). Letzterer hat die makroökonomischen Daten Spaniens analysiert und dazu sämtliche Prognosen, die renommierte internationale Organisationen angefertigt haben in Betracht gezogen. Die Aussichten sind besorgniserregend: Allein in diesem Jahr muss Spanien Schulden, die 20% seines nationalen BIP betragen, begleichen; eine Zahl, welche, Prognosen der Europäischen Kommission zufolge, im Jahre 2020 bis auf 114% des BIP und im Jahre 2030 sogar bis auf 130% anwachsen könnte. Des Weiteren verschlucken die immer weiter anwachsenden Schulden sämtliche Investitionen des Staates, der zusehen muss, wie er die entstehenden finanziellen Ausgaben begleicht.

Was hinzu kommt: Die spanische Gesellschaft altert rapide. Im Jahre 2021 werden 9,3 Millionen Menschen in Spanien älter als 65 Jahre sein. Dies wird dazu führen, dass die Rentenausgaben im Jahre 2050 zwischen 20% und 30% des BIP darstellen werden (z.Z. sind dies ca. 10%).

Ein verschuldeter, von Zinsen und Rentenausgaben erdrückter Staat wird das für eine produktive Wirtschaft erforderliche Geld nicht länger aufbringen können und, aus diesem Grunde, wird die Arbeitslosenquote stagnieren oder gar weiter steigen. Es ist ein wahrer Teufelskreis.

Welche sind nun die Prognosen für die beiden kommenden Jahrzehnte? Ein kontinuierlicher Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens, welches im Jahre 2020 fünf Prozentpunkte niedriger sein wird als 2005 und in etwa zwanzig Jahren sogar 16 Prozentpunkte niedriger; ein Zuwachs der Abwanderung (die zweite Welle in drei Generationen), vor allem der jungen Bevölkerung; sowie eine Erhöhung der Steuerlast für die arbeitende Bevölkerung. Gab es 2010 noch vier Erwerbstätige pro Rentner, wird dieses Verhältnis in vierzig Jahren 2:1 betragen. Die Schlussfolgerung ist einleuchtend: Der Staat steuert einem weiteren Bankrott entgegen, dem fünfundzwanzigsten seiner Geschichte.

Katalonien ist als unabhängiger Staat hingegen wirtschaftlich vollkommen lebensfähig. Dies bestätigen zahlreiche Studien sowie internationale Experten. Einige Daten, die dies veranschaulichen: 2011 wies Katalonien beispielsweise eine positive Zahlungsbilanz von 3,9% auf, während Spanien ein negatives Verhältnis von 4,2% erzielte. Katalonien wäre zudem der viertreichste Staat in Europa nach Pro-Kopf-Einkommen.

Der CCN geht weiter, und hält fest, dass die Unabhängigkeit Kataloniens wie ein Antriebsmotor für Spanien wirken würde. Dem CCN zufolge koexistieren im spanischen Staat z.Z. zwei wirtschaftliche Modelle, die nicht kompatibel sind: einerseits das katalanische Modell, welches auf kleinen und mittelständigen Unternehmen mit großer Exportkapazität und Innovationskraft fußt, und, andererseits, das spanische Modell, welches sich auf große Unternehmen stützt, die in regulierten Sektoren arbeiten und auf Lateinamerika fokussiert sind.

Der CCN hält fest, dass Spanien ohne Katalonien seine wirtschaftliche Strategie vollends entfalten könnte, während ein unabhängiges Katalonien seine Infrastruktur mit eigenen Mitteln aufbauen und so seine Wirtschaft weiter internationalisieren könnte.

Für den CCN steht fest, dass Spanien ohne Katalonien auf wirtschaftlicher Ebene nicht länger politisch motiviert handeln würde (momentan immer in Konflikt mit dem autonomen Katalonien) und sich so auf die Reaktivierung seiner Wirtschaft konzentrieren könnte.

Für weitere Informationen:

Für weitere Informationen, kontaktieren Sie bitte:

0 comentaris:

Kommentar veröffentlichen