Dienstag, 17. Dezember 2013

„Katalonien will Volksabstimmung“ von Leo Wieland, FAZ

Sehr geehrte Damen und Herren,

In den Artikel Ihres Korrespondenten gibt es einen Irrtum und eine Auslassumg die einer entsprechenden Korrektur bedürfen.

Der Irrtum: „Katalonien war freilich…niemals in seiner Geschichte unabhängig“. Das ist nur eine unhaltbare These des extremen spanischen Nationalismus, immer wiederholt aber nicht deswegen richtig. Katalonien war ein unabhängiger Staat während Jahrhunderte. Von 988 bis 1162, allein. Von 1162 bis1412 konföderiert mit Aragonien unter einer katalanischen Dynastie und bis 1504 unter einer kastilischen. Von 1504 bis 1714 konföderiert mit dem spanischen Königreich unter den Habsburgern. Kastilische politische Flüchtlinge konnten z.B. in Aragonien und in Katalonien, die für die spanische Justiz Ausland waren, politisches Asyl bekommen. Erst 1714 wurde die katalanische Unabhängigkeit mit Waffengewalt zerstört. In seinem Artikel in der NZZ vom 30.10.13, sagt Prof. Bodo Fassbender, anerkannter Experte für Internationales Recht, unmissverständlich: „…ungeachtet seiner früheren, bis ins achtzenhte Jahrhundert bestehenden Eigenstaatlichkeit…“.

Die Auslassung: Es wird wieder auf die Hochverschuldung Kataloniens hingewiesen ohne die Ursachen zu erläutern. Ohne der exzessive Abfluss der katalanischen Steuergelder an den spanischen Staat wäre Katalonien überhaupt nicht verschuldet. Bayern klagt wegen 3 bis 4 % des bayrischen BIPs für den Länderfinanzausgleich, die es als untragbar betrachtet. Katalonien verliert seit Jahren zwsichen 8 un 10 % seines BIP (z.Zt. ca. 16 Milliarden jährlich). Die spanische Regierung leert erst die katalanische Kasse und gibt Katalonien dann einen Kredit (gegen entsprechende Zinsen) damit Katalonien die Schulden bezahlen kann, die es ohne jenen Aderlass überhaupt nicht hätte.

Pere Grau
Hamburg

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