Samstag, 11. Januar 2014

„Die Generalitat, en Museum und Todesstrafe für Mas“

Ein gegenstellender Bericht über die Demonstration der „Konstitutionisten“

Die Legende besagt, dass die Independentisten  sich in der Semantik verlieren werden. Man sagt, es hätte die Wirkung der floralen Motive, der Renaissance und der besorgten Seele, die sich in dem Ausdruck „Junge, misch dich nicht ein, damit wir uns nicht schaden“ widerspiegelt. Aber Demonstrationen, wie diese am heutigen Morgen in Barcelona widerlegen kategorisch, dass der Missbrauch der Sprache ein Vorwand ausschließlich der Souveränitätsbefürworter wäre. Die Unionisten verstehen sich auch als Experten in dieser Kunst.

Das Werk des spanischen Nationalismus’ von einst benennen sie heute Konstitutionalismus. Es ist eine unheilvolle Homenage an einen Kapitulationspakt, der 1978 von mehr als zwei Seiten eines durch grausamen und blutigen Krieg zusammengeflickten Spaniens unterzeichnet wurde. Es ist der Preis, den mehr als eine Generation bezahlt hat und bezahlen wird, weil man Franco auf seinem Bett hat sterben lassen.

Das Werk wird weiterhin dargestellt von Portieren, Anwälten und staatlichen Verwaltungstechnokraten in Katalonien, stumme Menschen der Upper Diagonal, der Mittelschicht aus dem ersten Stadtgürtel Barcelonas mit bestimmten Ressentiments, Professoren für Kastellan und Philosophie, Beamten der Steuerbehörde, den einen oder anderen erfolgreichen Unternehmer, Kinder von Kriegsteilnehmern und kleinen Monopolisten der spanischen Verwaltung.

Sie haben sich modernisiert. Einige praktizieren den spanischen Nationalismus new-age, aber die Botschaft ist die gleiche seit jeher. Der große Unterschied besteht darin, dass sie um ihre Minderheit wissen und es auch vor allem fühlen. Sämtliche Nachrichten auf den Plakaten waren negativ geprägt: „Die Scheidung ist ein schlechtes Geschäft“, „Isolierung bedeutet Verarmung“, oder sie waren in einem bedrohenden Ton: „Ja, ja, ja Spanien ist hier“ oder von einem fordernden, gefährlich kolonialistischen Charakter: „Dies ist unsere Polizei“ riefen sie, als sie die Präfektur der spanischen Polizei von Katalonien passierten.

Mitglieder des Ordnungsdiensts der Demonstration sind bekannt als Sympathisanten der Falange. Im Übrigen, ich weiß nicht, ob eine Einrichtung, die erlaubt, dass die Falange als legal weiterbesteht, diese Bezeichnung verdiene. Unter den Teilnehmern sind auch Menschen, die mit Kenntnis die Situation der katalanischen Politik  erklären: „Junqueras glaubt daran, er wird nicht weichen“. So signalisiert ein ernster Familienvater auf eine Gruppe von Menschen in langen Mänteln mit makellosen Haarschnitten.

Angekommen am Platz Sant Jaume haben viele die Normen der Konzentration gebrochen. Unter ihnen ein relativ junger Mann, groß und mit langem Haar, der unaufgerufen mit lauter Stimme und geschwollenem Herzen rief: „Schaut die Generalitat, schaut sie euch gut an, denn in 10 Jahren wird sie ein Museum sein! Für Mas die Todesstrafe!“ Beifall. Eine Frau nähert sich ihm und gibt ihm zu verstehen, dass ein Journalist dies aufschrieb. „Soll er notieren, soll er notieren, denn in jedem normalen Land werden die Vaterlandsverräter getötet.“ Und die Independentisten, besorgt, ob si nun über einen eigenen Staat, einen freien oder unabhängigen Staat fragen sollen, sie alle verlieren sich in der Semantik.

Quico Sallés (Nació Digital)

Italiano

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