Sonntag, 15. Juni 2014

Keiner zwingt euch Galizisch zu sprechen

Ich versuche immer Konflikten, die von Anfang an zum Misserfolg verurteilt sind, aus dem Weg zu gehen. Manchmal jedoch, wenn ich absurde Dinge höre, kann ich auf eine Antwort nicht verzichten.

Ich bin nicht gegen irgendeine Kultur, Sprache oder Nation, aber ich ertrage die Politik des Hasses nicht oder das Eintrichtern von absurden Phrasen in die Köpfe einfacher Leute. Die Aussagen, die sie anschließend wiederholen, können, auch wenn sie komisch klingen, sehr gefährlich werden.
Auch wenn der Dialog, den ich mit einem Galizier führte, ziemlich gewohnt ist, verspür ich immer noch den Druck ihn kurz zu reflektieren.
Als er sich mir näherte stellte er mir eine Frage, die ich nicht verstand. Er machte einen normalen Eindruck, als hätte er wirklich eine offene Frage. Ich konnte nicht wissen, dass er Galizier war. Ich nehme an, dass man dies nicht anhand einer bestimmten Frisur oder der Form der Lippen beim sprechen erraten könne. Ich bin nicht Sherlock Holmes.


Freundlich sagte ich ihm, ich hätte ihn nicht verstanden und bat ihn, die Frage zu wiederholen. Unbewusst sprach ich auf Katalanisch, da es die Sprache ist, die ich gewöhnlich benutze. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass Worte der Höflichkeit für ihn der Köder eines großen Fischs wären. Es war der Fisch des Hasses und der Frustration über die gesamte Kultur, in dem sich der galizische Typ wiederfand.
„Sie zwingen mich Katalanisch zu sprechen“, fing er an zu schreien. „In Galizien zwingen wir niemanden Galizisch zu sprechen und hier wollen sie immer alle dazu zwingen Katalanisch zu sprechen.“


„Wer zwingt Dich?“ Ich versuchte den Kern des Problems zu verstehen. Aber der Typ hörte nicht auf zu schreien und es war unmöglich eine fruchtende Unterhaltung mit ihm zu führen.


„Sprich mit mir auf Galizisch oder Mandarin, wenn du kannst, denn je mehr Sprachen wir wissen, desto reicher sind wir.“ Ich versuchte ihn zu beruhigen, aber es gab keine Möglichkeit mit ihm zu kommunizieren. Er wiederholte nur andauernd dieselben Sätze. Schließlich warf ich ihm einen Blick der Gleichgültigkeit zu und ging um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Es tut mir leid, dass ich nicht auf eine Antwort, wer ihn zum Katalanisch sprechen zwingen wollte, bestand. Alle Katalanen, nehme ich an. Oder wie sie ihn dazu genötigt hätten. Aber ich schlussfolgere, dass weder der Zwang noch der Druck sehr stark gewesen sein mussten, denn der galizische Typ schien nicht ein Wort Katalanisch zu können, weder der Höflichkeit, noch der Unfreundlichkeit.




Anita Janczak


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